Das historische Erbe pflegen

Erste Massnahmen

Viele Jahre stand die Büvetta leer. Der Hang dahinter rutscht und gefährdet die wertvolle Bausubstanz. Deshalb darf das
Gebäude aktuell nicht betreten werden. Inzwischen hat der Verein Pro Büvetta Tarasp intensive Gespräche mit dem Amt für Wald und Naturgefahren sowie der Kantonalen Denkmalpflege geführt. Auch liegt ein geologisches Gutachten vor. Um den Fels hinter dem Kuppelgebäude zu sichern, muss vermutlich
das Nebengebäude aus den 1960er Jahren abgebrochen werden. In der Folge kann die Gefahrenzone aufgehoben und die Büvetta für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Für die Felssanierung liegt eine Kostenschätzung von 1,5 Mio. vor.

Alles neu

In einem zweiten Schritt wird das Gebäude umfassend saniert und restauriert. So sollen auch die Innenräume im alten Glanz auferstehen:
Die Akustikplatten aus den 1960er Jahren, welche die Wandelhalle verunzieren, werden entfernt und das dahinter liegende, weitgehend unberührte Arventäfer freigelegt. Für die Gebäudesanierung wird mit Kosten von 6 Mio. gerechnet. «In der Trinkhalle von Tarasp sind drei der wichtigsten Mineralquellen des geologisch bedeutsamen Unterengadiner Fensters gefasst. Der historistische Bau gehört zusammen mit dem Kurhaus Tarasp, der Villa, dem Bäderhaus und der ehemaligen anglikanischen Kirche zum architektur-historisch einzigartigen Bade- und Kurensemble am Inn. Die repräsentative, geradezu sakral anmutende Architektur zeugt noch heute vom Glanz der Blütezeit des Bädertourismus im Engadin. Die Instandstellung dieses Juwels
im Reigen der jahrtausendealten Kultur der gesundbringenden Nutzung
von Wasser ist auch für die Denkmalpflege von grösster Bedeutung und erfordert ein Be-triebs- und Sanierungskonzept, das auf die grossartige Qualität des Originals und seiner Raumwirkung setzt.»

 



 Giovanni F. Menghini
Kantonaler Denkmalpfleger Graubünden