An der Quelle – potenzial gemeinsam nutzen

«Mit der Trinkhalle und den Mineralquellen bin ich seit meiner Schulzeit eng verbunden. 1968 bis 1970 arbeitete ich als Wasserschöpfer in der Büvetta und erlebte den damaligen Trinkkurbetrieb aktiv mit. Zwischen 200 bis 300 Kurgäste kamen zweimal täglich in die Trinkhalle und absolvierten ihre Kur nach ärztlicher Verordnung. Damals lernte ich, welche Heilkräfte die Mineralquellen haben. Die Büvetta als Kernstück eines gross angelegten Kurbetriebs, den man ab den 1860er Jahre systematisch ausbaute, ist eine Pionierleistung. Für die nächsten Generationen finde ich es ausserordentlich wichtig, aufzuzeigen, wo und wie unser Tourismus entstanden ist.»

«Die inselartige Gesamtanlage Nairs hat das Zeug zu einem Wallfahrtsort›, meinte Jean Ziegler anlässlich einer Begehung im Februar 2013. Die Büvetta aber ist das Kernstück dieses Ensembles. Mit dem Zentrum für Gegenwartskunst, das im ehemaligen Badehaus gleich gegenüber der Trinkhalle untergebracht ist und nun bald als Ganzjahresbetrieb bespielt werden kann, ergeben sich zahlreiche Synergien. Entsprechend verstehen wir uns als Partner. Denn Kunst, Kultur und Geschichte gehen hier eine Symbiose ein. Das Potenzial und die einzigartige Wirkkraft sind erkannt: Wir brauchen solche Inseln für Seele und Geist.»

«Seine touristische Entwicklung verdankt die Region hauptsächlich den über 20 hochmineralisierten Quellen von Ftan, Tarasp, Scuol und Sent. Sie haben zur Entstehung der Trinkhalle, der ersten Kurund Badehäuser und der Grand-Hotels geführt. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen fein betuchte Kurgäste aus aller Welt ins Unterengadin. Die Büvetta mit den Quellen Lucius, Emerita und Bonifazius ist der Nukleus dieser Tourismusentwicklung. Darum ist sie von besonderer Bedeutung und muss als kulturhistorisches Zeugnis unserer ‹DNA› erhalten werden.»

«Die 1875/76 erbaute Trinkhalle ist die Wiege der touristischen Entwicklung von Scuol - Tarasp - Vulpera. Ihr haben wir viel zu verdanken. Wir alle sind deshalb gefordert, diese architektonisch bedeutende Baute zu erhalten und sie einer für unsere Zeit geeigneten Nutzung zuzuführen. Alleine schaffen wir es aber nicht!»

Christian Fanzun Christof Rösch Urs Wohler Jon Domenic Parolini

Christian Fanzun

Christof Rösch

Urs Wohler

Dr. Jon Domenic Parolini